Meldung

17.12.2020

Netzwerk humaner Modellsysteme für die organspezifische Stratifikation bei COVID-19

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Das deutschlandweite Netzwerk „Organo-Strat“ verwendet humane Organmodelle, um COVID-19-Erkrankungen zu untersuchen. Der Name „Organo-Strat“ steht dabei für Organstratifikation, denn bei COVID-19 handelt es sich nicht ausschließlich um eine Atemwegserkrankung – weitere Organsysteme wie Herz, Gehirn, Nieren, Magen-Darm-Trakt oder das Gefäßsystem können betroffen sein. Der Verbund wurde im Sommer 2020 unter Koordination der Charité aufgebaut und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des “Nationalen Forschungsnetzwerkes der Universitätsmedizin zu COVID-19“ mit 3,2 Millionen Euro gefördert. Das Organo-Strat-Netzwerk besteht aus 28 Teilprojekten an den Standorten Aachen, Berlin, Hamburg, Heidelberg, Jena, Marburg, Münster, Tübingen und Würzburg. Ziel ist es, die Auswirkungen von COVID-19 auf die einzelnen Organe besser zu verstehen, um die klinische Prognose und Therapie zu verbessern.

Die spezifischen Effekte einer SARS-CoV-2-Infektion auf die verschiedenen Organe werden dabei mit Hilfe von humanen Organoiden sowie nativen Gewebe- und Autopsieproben des Menschen untersucht. Sprecher Prof. Dr. Andreas Hocke, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité und Mitglied des Sprecherrats von Charité 3R erklärt: „Um die Prozesse, die SARS-CoV-2 im menschlichen Organismus auslöst, besser zu verstehen, ist die Forschung an humanen Modellen essenziell. Unser Ziel ist deshalb der Aufbau eines Netzwerks aus Universitätskliniken und Hochsicherheitslaboren, um gemeinsame Standards für die gezielte Infektion und Analyse der Modelle sowie das erforderliche Datenmanagement zu etablieren.

Auch für zukünftige Pandemien kann das Netzwerk sehr schnell aktiviert werden und wichtige Informationen über neue Erreger liefern, noch bevor diese sich in der Bevölkerung weit verbreitet haben.“ Er fügt hinzu: „Das Organo-Strat-Netzwerk leistet außerdem einen wichtigen Beitrag, um die humanbasierten Methoden als Standard in der Forschung zu etablieren, so dass entsprechende Tiermodelle gar nicht erst entwickelt werden müssen.“

Dass Organoide für die biomedizinische Forschung eine vielversprechende neue Technologie sind, zeigt auch das aktuelle White Paper "Organoids – from stem cells to future technologies" der interdisziplinären Arbeitsgruppe Gentechnologiebericht der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und das German Stem Cell Network (GSCN). In dem sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache veröffentlichten Papier stellt Andreas Hocke im Rahmen eines Interviews die COVID-19 Forschung an Lungenorganoiden aus adulten Stammzellen vor.

Projektleitung: CharitéUniversitätsmedizin Berlin. Mitarbeit im Projekt: Neun initiale Standorte der Universitätsklinika Aachen, Berlin, Hamburg, Heidelberg, Jena, Gießen/ Marburg, Münster, Tübingen und Würzburg. (Außer)universitäre Partner: Freie Universität Berlin, Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI), Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft, Robert Koch-Institut.

Links

Nationales Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin zu COVID-19

Organo-Strat | Organspezifische Stratifikation bei Covid-19

Arbeitsgruppe Prof. Andreas Hocke

Pressemeldung der Charité

White Paper: Organoids – from stem cells to future technologies

 

 

Kontakt

Prof. Dr. Andreas Hocke

Charité - Universitätsmedizin Berlin

Postadresse:Augustenburger Platz 113353  Berlin



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