Eine Mann füllt mit einer Pipette eine rote Flüssigkeit in ein kleines Glas

Förderung "3R Supportive Technology Platform"

  • Förderziel
  • Aktuelle Forschungsprojekte

Sie befinden sich hier:

Förderziel

Ziel der Förderlinie „3R supportive technology platform“ ist es, die jeweilige Plattformtechnologie spezifisch für Alternativen zum Tierversuch im Sinne der 3R – Replace, Reduce, Refine – zu nutzen und als Service für die Forschung an der Charité zur Verfügung zu stellen.

Aktuell geförderte Projekte

Facility zur systematischen Überprüfung und Meta-Analyse von Tierstudien

Eine systematische Überprüfung von Tierversuchen kann dazu beitragen, über Verbesserungsmöglichkeiten in der Forschung zu informieren und vielversprechende Behandlungen für die Weiterentwicklung zu klinischen Tests zu identifizieren. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Translation erhöht. (Abb.: S. McCann)

In der biomedizinischen Forschung werden Tierversuche mit dem Ziel der Verbesserung der menschlichen Gesundheit durchgeführt. Bemühungen, die Ergebnisse in einen klinischen Nutzen für den Menschen zu translatieren, sind jedoch oft erfolglos. Systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen sind transparente, reproduzierbare Methoden, um veröffentlichte Studien objektiv zusammenzufassen. In der Tierforschung können systematische Übersichtsarbeiten helfen, Gründe für Translationsversagen, vielversprechende experimentelle Behandlungen und optimale 3R-bezogene Versuchsdesigns zu identifizieren.

Unsere Gruppe (CAMARADES) bietet Schulungen zu systematischen Übersichtsarbeiten von Tierstudien und methodische Unterstützung für Forscher zur Durchführung robuster, qualitativ hochwertiger Reviews. Darüber hinaus werden wir veröffentlichte Charité-Tierstudien überprüfen, um Qualitäts- und 3R-Kriterien zu vergleichen, Möglichkeiten für Verbesserungsstrategien zu identifizieren und ihre Auswirkungen im Zeitverlauf zu überwachen. Unser Ziel ist es, eine qualitativ hochwertigere und ethischere Tierforschung zu unterstützen, die mit größerer Wahrscheinlichkeit einen Nutzen für menschliche Patienten bringt.

Antragsteller*innen
Dr. Sarah McCann und Prof. Dr. Ulrich Dirnagl

EPIC-3R: Experimental and Preclinical Imaging Cluster to support 3R in basic and translational research

Bildgebende Verfahren an der Charité, die in EPIC-3R unter einem Dach zusammengefasst werden sollen. (Copyright: Bilder aus [1] und [2] und aus der Forschung der Antragsteller)

Bildgebende Verfahren können nichtinvasiv Krankheitsprozesse des Körpers darstellen. Sie sind daher Schlüsseltechnologien für die Umsetzung der 3R Prinzipien (Reduction, Refinement, Replacement) in der Forschung. So können in Verlaufsstudien Tierzahlen deutlich reduziert werden (,Reduction´) bei zugleich verbesserten Informationen, indem der Krankheitsverlauf im selben Tier zu verschiedenen Zeitpunkten und durch Kombination verschiedener bildgebender Verfahren untersucht wird. Die nur aus der Narkose resultierende geringe Belastung dieser Untersuchungsmethoden stellt zudem eine Verbesserung (,Refinement´) dar. Auch erlaubt die Bildgebung, Alternativen zum Tierexperiment wie Organoidsysteme zu untersuchen (‚Replacement‘). Um multimodale Studien sowie Alternativmethoden zum Tierversuch besser zu unterstützen, sollen in EPIC-3R verschiedene Technologien an der Charité als zentraler Service unter einem Dach gebündelt werden. Eine gemeinsame Datenbank soll hochwertige Daten zusammenführen, so dass diese für andere Studien als auch für die Entwicklung virtueller Simulationsmodelle als Ersatz für Tierversuche genutzt werden können.

Multimodale und mehrmalige longitudinale Untersuchungen am selben Tier ermöglichen die parallele Erhebung einer Fülle von Daten, für die mit invasiven Verfahren eine deutlich höhere Zahl an Tieren nötig wäre. Die Informationen dienen der wissenschaftlichen Auswertung sowie der Kontrolle des Gesundheitszustandes der Tiere, so dass bei Zutreffen entsprechender Kriterien ggf. ein frühzeitiger Abbruch vorgenommen werden kann. Im Rahmen von EPIC-3R soll u.a. eine Datenbank entwickelt werden, die eine erneute Verwendung der generierten Bilddaten innerhalb späterer Studien anstelle erneuter Experimente zulässt.

Antragsteller*innen
Dr. rer. nat. Philipp Boehm-Sturm
PD Dr. med. Daniel Messroghli
Dr. med. vet. Nicola Beindorff

Ergänzung zur Abbildung
[1]  A. Becker et al., “Receptor-targeted optical imaging of tumors with near-infrared fluorescent ligands,” Nat. Biotechnol., vol. 19, no. 4, pp. 327–331, Apr. 2001
[2]  N. Beyhoff et al., “Characterization of Myocardial Microstructure and Function in an Experimental Model of Isolated Subendocardial Damage,” Hypertension, vol. 74, no. 2, pp. 295–304, Aug. 2019.